Lebenslauf Beat Gysin

 

Beat Gysin (*1968) studierte in Basel Klavier, Chemie, Komposition (Th. Kessler, H. Kyburz) und Musiktheorie (R. Moser, D. Müller-Siemens). Der Komponist stammt aus einer Musikerfamilie und schrieb seit seiner Jugend über fünfzig (z.T. preisgekrönte) Werke für verschiedene Besetzungen; von Solo– bis Orchesterwerken. Hervorgehoben seien Aufführungen durch das Arditti-Quartett, die Basler Madrigalisten, das Ensemble Phoenix, das ensemble recherche und die vielen Aufführungen durch die Ensembles Windspiel und umsn`jip.

Ein besonderes Interesse von Beat Gysin gilt - über das klassische Komponieren hinaus - der Räumlichkeit klingender Phänomene. Ungewohnte Aufstellung der Instrumente und Mehrkanal-Tonband-Kompositionen erschaffen in seinen Werken überraschende Klangraumgebilde, welche die Musik in sich einbetten und verstärkt ein „euklidisches“, dreidimensionales Hören herausfordern, so zum Beispiel im Wahrnehmungsspiel „Hinter einer Glaswand“ oder in der Kammeroper „Marienglas“.

Beat Gysin realisierte und realisiert an ausgewählten Orten Musiktheater, die sich mit dem Zusammenwirken zwischen der Szenerie des Ortes und den musikalischen Inhalten befassen, so zum Beispiel die Unterwasseroper „Skamander“ oder das Klang-Raum-Stück „Wasserreservoir“. Darüber hinaus hat er den Verein studio-klangraum gegründet, um die Wechselwirkung bestimmter Raumtypen mit Musik systematisch zu erforschen. Alle drei bis vier Jahre entwirft und organisiert er im Rahmen von studio-klangraum ein Grossprojekt, das durch die Schweiz tourt. Vom ersten Projekt "NUMEN" (2013) wurde ein gleichnamiger Film erstellt.

Als weiteres Resultat seiner langjährigen Beschäftigung mit dem Themenkreis „Musik und Raum“ hat Beat Gysin zwei Serien von Musikräumen entwickelt und mitentwickelt, "Adyton" und "Modula", die variabel sind und sich direkt zur Musik verändern, respektive bewegen können und die als Leichtbauten transportabel sind. 

Beat Gysin ist Gründungsmitglied der Biennale "ZeitRäume Basel" und präsidiert das Festival für zeitgenössische Musik und Architektur, das 2015 erstmals durchgeführt wurde.